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Blog November 2019

Die Hexenküche: Haushaltsmittel und Rohrreiniger sind manchmal keine gute Lösung

Die Toilette verstopft, die Spüle dicht – und das auch noch am Wochenende. Es ist Murphy’s law: Was schief gehen kann, geht schief und wenn, dann auch richtig. Zum Glück gibt es ja eine ganze Palette an Hausmittelchen, die im Nu den Abfluss reinigen. Wofür denn da den teuren Profi anrufen, denkt sich der ein oder andere – und braut in seinem Abfluss nicht immer ganz ungefährliche Gemische zusammen.

Das wichtigste vorab: Einige Hausmittel und Rohrreiniger aus dem Supermarkt helfen tatsächlich und erstaunlich effizient bei leichteren Verstopfungen. Doch gerade bei chemischen Mitteln ist äußerste Vorsicht im Umgang geboten – denn es drohen schwerste Verätzungen! Doch damit nicht genug. Selbst wenn der Rohrreiniger den Abfluss freibekommt, drohen Schäden an den Rohrleitungssystemen – und im ungünstigsten Fall sprengen Sie sogar Ihr Bad in die Luft!

Das Problem mit den chemischen Rohrreinigern

Schauen wir uns mal das Etikett eines beliebigen Rohreinigers aus dem Supermarkt Ihres Vertrauens an. Zunächst springen da nicht die Bestandteile, sondern ein orange-rotes Warnsymbol ins Auge. Denn eines eint die meisten der frei verfügbaren Rohrreiniger: Sie sind stark ätzend. Auslöser dafür sind Natriumhydroxid (NaOH) oder Kaliumhydroxid (KOH), die auch unter den alten Namen Ätznatron beziehungsweise Ätzkali bekannt sind. Diese alkalischen Substanzen bilden mit Wasser starke Laugen, deren Kontakt mit Haut, Schleimhaut und vor allem mit der Hornhaut der Augen wirklich fatale Folgen haben können.

Gesetzt dem Fall, sie tragen ordnungsgemäß eine Schutzbrille und Handschuhe, wenn Sie einen chemischen Reiniger einsetzen, sollten Sie vorab noch eine Materialprüfung an Ihrer Badewanne, der Toilette oder dem Waschbecken durchführen. Sind diese aus Emaille gefertigt oder glasiert, sollten Sie den Einsatz chemischer Abflussreiniger tunlichst unterlassen. Denn ätzende Laugen greifen zuverlässig die Schutzschichten von Waschbecken und Co. an, lassen sie stumpf und unansehnlich werden. Wenn Sie sich nun freuen, dass Sie eine Acrylwanne eingebaut haben: Zu früh gefreut! Denn auch Acryl wird zuverlässig von den Rohrreinigern angegriffen.

„Viel hilft viel“ – eine durchaus gängige Denkweise und auch in Sachen Rohrreiniger gerne und häufig angewendet. Aber Vorsicht: Geben Sie eine zu große Menge der chemischen Reiniger auf einmal in den Abfluss, lösen Sie eine heftige, thermische Reaktion aus. Diese kann dazu führen, dass Ihre Kunststoffrohre im Rohrsystem einfach wegschmelzen.

Zu guter Letzt können Sie Ihr Badezimmer auch in die Luft sprengen. Schauen Sie sich einmal einen Rohrreiniger genau an. Sie werden kleine, silberfarbige Kugeln bemerken. In diesen Perlen stecken Legierungsabfälle aus der Aluminiumproduktion. Dieses Aluminium bildet unter Einwirkung von Wasser durch chemische Reaktion eine beträchtliche Menge Wasserstoff, das als Gas entweicht. Wenn Sie nun auf die sagenhaft dumme Idee kämen, direkt über dem Abfluss zu rauchen – nun, der Knall wäre durchaus beachtenswert und von Ihnen im Anschluss eventuell nicht mehr viel übrig.

Sie merken: Nicht alles, was frei verkäuflich ist, sollte ohne genaue Sachkenntnis auch verwendet werden. Im Zweifelsfall ist es auf jeden Fall sicherer, Ihren verstopften Abfluss durch Profis reinigen zu lassen.

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